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Der Sommer in diesem Jahr hat es nicht zugelassen, das wir mal eine längere Tour mit unseren Quicklies machen konnten. Als der Wetterbericht versprach das einige schöne Tage Mitte September zu erwarten sind, haben wir in der letzten Clubversammlung ganz spontan den Entschluss gefasst, wir fahren raus.
Die Route hatte ich schon lange ausgearbeitet, sie wartete nur auf die Ausführung. Weil es, wie schon erwähnt, recht kurzfristig war, blieben nur Kurt und ich übrig. Auch hat so manch einen die Länge der Route abgehalten, denn ich hatte so rund 450 km in 3 Tagen ausgerechnet.
Dienstag war unsere Versammlung und am Donnerstag Vormittag gegen 10:00 Uhr sind wir zwei dann bei schönen Sonnenschein hier in Kapellen gestartet. Kurt Arand hatte sich aus seiner Sammlung ( 7 Stk ) eine Quickly F ausgesucht. Ich habe nur eine Quickly N 23, also hatte ich auch nicht die Qual der Wahl.
An Gepäck brauchten wir nur für 2 Übernachtungen Wäsche mitnehmen, denn am Samstag wollten wir wieder zurück sein, weil unsere Clubwirtin Sonntags zu ihren 70ten Geburtstag eingeladen hatte. Die Route sollte uns von Kapellen über Hambach, Stolberg, Kalterherberg, Rötgen, Burg Reuland, zur ersten Übernachtung nach Dahlem führen.
Das Wetter war, wie schon erwähnt schön, aber es war kälter als angenommen. Nach etwa 20 km wurde es mir doch zu kalt auf dem Hobel und ich musste erst mal ein T-Shirt mehr anziehen. Nach weiteren 20 km war mir immer noch zu kalt und ich habe dann noch eine dünne Regenjacke unter der normalen Windjacke angezogen. Von nun an fühlte ich mich wohler.
Der andere Kurt hatte sich wohlweißlich schon vorher wärmer angezogen. Wie wir so durch Stolberg-Vicht fahren, habe ich mir gedacht, bei unserem Clubmitglied Erich Münch halten wir jetzt an, und holen uns ein Tasse Kaffee ab. Leider haben wir bei ihm zu Hause keinen angetroffen und so sind wir dann unverrichteter Dinge weiter gefahren.
Im nächsten Ort, inzwischen ist es 12:30 geworden, haben wir in einer kleinen Gaststätte erst mal eine Kaffee-Cognac gebraucht um uns wieder etwas besser zu fühlen. Eine Suppe mit Brötchen musste für die weitere Fahrt genügen.
Am Nachmittag so gegen 15 Uhr, kamen wir hinter Kalterherberg, schon in Belgien, an den Kreisverkehr, wo sich im vorigen Jahr bei unserer Ausfahrt die Quickly von Kurt mit einem lauten Knall aus dem Getriebe verabschiedet hatte. ( Über diese Tour der Leiden und Pannen müßte ich mal einen Bericht schreiben)
Jetzt musste erst mal Halt gemacht werden und die �Kurt Gedächtnis Ecke� eingeweiht werden. Eine halbe Gedenkminute, ein Kümmerling aus dem Fundus, einige Fotos gemacht, danach hat jeder noch 2 Runden durch den Kreisverkehr gedreht und der Zeremonie war genüge getan. Foto Link 1 Foto Link 2
Wir wollten so gegen 17-18 Uhr für den 1. Tag Schluss machen. In der Gegend um Dahlem, hatte ich bei der Ausarbeitung der Route, ein Hotel in Deutschland, nahe der Luxemburgischen Grenze, ausgesucht und als Koordinaten in mein Navi Gerät eingegeben. Irgendetwas muss ich dann doch wohl falsch gemacht haben, denn der Routenpunkt lag zwar auch in der Nähe der Luxemburgisch-Deutschen Grenze, nur als wir dann da ankommen ist weit und breit kein Hotel zu finden, denn wir stehen mitten in der Prärie. Foto Link 3
Kurt Arand hat schon die ganze Zeit so ca 15 km lang hinter mir gemosert und meinte wir sind auf falschen Kurs. Aber ich war ja überzeugt alles richtig gemacht zu haben. Jetzt ist es etwa 18 Uhr ; was tun sprach Zeus, die Götter sind besoffen. Also das Navi-Gerät gefragt, wo denn in der Nähe ein Hotel ist. Gut; ca. 7km von hier in Troisverges gibt sogar zwei. Also geht die Reise weiter immer tiefer in Luxemburg rein. Als wir dann am ersten ausgesuchten Hotel ankommen, ist es ein schäbiges Bahnhofshotel, und soll auch noch pro Person 50 € kosten .
Wir haben uns dann entschlossen die kürzeste Route zurück nach Deutschland zu wählen. Waren noch mal 20 km durch einen kleinen Zipfel Belgiens also 45 Min. bis 1 Std zu fahren. Inzwischen war es 18:30 geworden. Die armen Quicklies; ist unsere normale Reisegeschwindigkeit 35 bis 38 km/h so mussten sie nun 40 bis 45 und bergab auch mal 50 bis 55 km/h hergeben.
Kurz vor der Deutschen Grenze, noch in Belgien, kommen wir an ein wunderschön gelegenes Hotel-Restaurant-Cafe zur Ulftaler Schänke vorbei. (Ankunft 1.Tag)
Es ist inzwischen 19:30 geworden, die Berge lassen einfach keinen höheren Schnitt aufkommen. Also beschließen wir hier für heute Schluss zu machen. Zimmer sind auch noch zu bekommen, für 35 € pro Person inklusive Frühstück. Ist für ein 4 Sterne Hotel meiner Meinung nach i.O.
Einziehen, ausziehen, umziehen, anziehen, zum Abendessen gehen. Danach in der Schänke bei Rotwein und Pils den Tag ausklingen lassen. Wir haben es dann doch noch bis 00:30 klingen lassen.
Am nächsten Morgen, es ist Freitag der 14. Sept., haben wir dann nach einem guten Frühstück, so gegen 10 Uhr die Quicklies angetreten. Obwohl noch einige Nebelfetzen durch das Ulftal ziehen, verspricht der Tag schön zu werden.
Diese Gegend hier ist der südliche Zipfel vom Hohen Venn mit seinen ewig grünen Wäldern, romantischen Tälern, und außerordentlich vielen Wander– Mountainbike- und Reitwegen. Unsere heutige Tagesetappe führte uns zuerst über eine Route National in das Tal der Our. Foto Link 4 Die Our ist ein kleines Flüsschen und ist über viele Kilometer der Grenzfluss zwischen Deutschland und Luxemburg.(Durch das Tal der Our, Im Tal der Our1, 2 ) Die Straße führt auf der Luxemburgischen Seite immer dicht am Fluss entlang durch eine unbeschreiblich schöne Gegend bis nach Echternach, wo sie dann in der Sauer mündet, die nach etwa 30 km in Wasserbillig in die Mosel fließt. Foto Link 5 Die Ausblicke auf dieser Strasse überbieten sich von Kurve zu Kurve. Die Sonne an diesem Spätsommertag bemüht sich diese schönen Bilder mit einem zauberhaften Licht zu hinterlegen. Ich war in diesen Momenten froh das man mit den Quicklies nicht schneller fahren kann, denn dadurch hatte ich viel mehr Muße diese Glücksgefühle zu genießen. Bei diesen Anblicken wird man zum Freund der gemächlichen Fortbewegung.
Ich bin überzeugt das Kurt hinter mir die gleichen Gefühle und Empfindungen hatte, denn er fuhr immer langsamer. (Aussichtspunkt1, 2, 3 )
Nach ca 3 Stunden. So gegen 13 Uhr haben wir dann in einem schön gelegen Restaurant Mittagspause eingelegt. Nach und nach treffen immer weitere Motorradfahrer ein, mit denen man sofort ins Gespräch kommt. Über woher und wohin. 1 Stunde Rast und dann geht unsere Reise weiter, jetzt auf der Deutschen Seite der Our bis nach Minden - Eifel. Dort nehmen wir Abschied von der schönen Our um in Richtung Bitburg abzubiegen. Foto Link 6 Für diesen Tag hatten wir das Dörfchen Salm ausgesucht. Diesen Ort kennen wir von unserer Tour der Leiden und Pannen vom vorigen Jahr. Wir wussten das uns hier ein gutes Abendessen, guter Wein, freundliche Leute und saubere Zimmer erwarteten. Nach einem vorzüglichen Abendessen haben wir im gemütlichen Beisammensein bis etwa 23 Uhr ausgehalten. Dann hat uns doch die Müdigkeit übermannt.
Am Samstag Morgen haben wir wieder gegen 9 Uhr gefrühstückt, gegen 10 Uhr die Quicklies zum Leben erweckt, und unsere Reise über Birresborn, Geroldstein, Hillesheim, Tondorf, Mechernich, Zülpich, Bergheim nach Grevenbroich in Angriff genommen. Es mussten laut Navi etwa 160 km gefahren werden. Am Abend vor Salm hatten wir die Quicklies noch mal voll getankt, so dass wir mit der Tankfüllung bis nach Hause kommen mussten. Foto Link 7 Ich möchte an dieser Stelle einflechten, dass wir nur Gemisch 1:50 fahren und es noch nie Probleme deswegen gegeben hat. In Blatzheim haben wir unsere obligatorische Mittagspause in einem schönen Restaurant eingelegt.
Die Landschaft hinter Mechernich gibt für unsere vom Vortag verwöhnten Augen nichts erwähnenswertes mehr her. Nachmittags dann ca. 15:30 sind wir in Kapellen wieder eingetroffen. Insgesamt haben wir an diesen 3 Tagen 520 km zurückgelegt. Es hat nicht eine einzige Panne oder Zwischenfall gegeben. Wenn man bedenkt was die kleinen Motörchen teilweise leisten müssen, bergan im ersten 20 bis 22 km/h, voll ausgedreht, fast keine Fahrtwindkühlung, vor 50 Jahren gebaut; Hut ab Foto Link 8 Wir haben ausgemacht, wenn der Oktober noch mal einige schöne Tage verspricht, und unsere Frauen kein Veto einlegen, werden wir große Teile dieser Route noch mal fahren.
Kurt
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